Schadstoffeinsatz in Weissenbach/Triesting – Zähflüssiges Medium aus Regenwasserkanal ausgetreten

Am Freitagabend, dem 14. November 2025, wurde die Feuerwehr Weissenbach/Triesting um 18:14 Uhr zu einem Schadstoffeinsatz alarmiert. Ein Spaziergänger hatte in einer Siedlung eine weißliche, zähflüssige und klebrige Substanz entdeckt, die aus einem Regenwasserkanal austrat und über einen Hang in Richtung Fahrbahn floss. Die Polizei war bereits vor Ort und nahm erste Erhebungen vor.

Erster Einsatzabschnitt

Nach der telefonischen Verständigung der Bezirksschadstoffberater der Feuerwehr um 18:40 Uhr an der Einsatzstelle ein. Eine erste Lagebeurteilung ergab, dass das Medium aus dem Kanalauslauf austrat und sich entlang eines laubbedeckten Hanges ausbreitete. Ein eindeutiger Geruch war nicht wahrnehmbar. Unterhalb des Hangs befindet sich die Quellfassung für nahegelegene Fischteiche, weshalb besonderes Augenmerk auf den Gewässerschutz gelegt wurde.

Gemeinsam mit Einsatzleiter OBI Neumüller wurde entschieden, den Kanalauslauf abzudichten, um den weiteren Austritt zu stoppen. Parallel dazu erfolgte eine gemeinsame Erkundung mit der Polizei zur möglichen Ursache.

Ermittlungen zur Herkunft des Stoffes

Gegen 19:00 Uhr ergab eine Kontrolle des Regenwasserkanals, dass die Eintrittsstelle im Bereich „Siedlung am Brand“ liegen musste. Befragungen vor Ort führten zum Verdacht, dass ein Bewohner einen Palettentank ausgewaschen hatte. Dieser Tank stammte von einer Kläranlage und war laut Angaben nicht vollständig entleert. Darin befanden sich vermutlich Reste eines Polymers zur Schlammentwässerung. Der betreffende Tank konnte vom Verursacher jedoch nicht vorgezeigt werden.

Durch weitere Befragungen wurde eine Kontaktmöglichkeit zur Kläranlage hergestellt. In Zusammenarbeit mit der Polizei wurde ein diensthabender Klärwärter verständigt, um den Stoff identifizieren zu können.

Identifizierung des Mediums

Um 19:15 Uhr übermittelte die Polizei Fotos eines ähnlichen Palettentanks. Somit war klarer womit wir es zu tun haben, ein in Kläranlagen eingesetztes Flockungsmittel. Ein Sicherheitsdatenblatt lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Über Recherchen und telefonische Rücksprachen mit einem Außendienstmitarbeiter der Fachhandelsfirma bestätigte sich, dass es sich um ein Flockungsmittel handelt, welches laut Auskunft keine sauerstoffzehrende Wirkung hat. Um 19:50 Uhr wurde das Sicherheitsdatenblatt zugesendet. Das Produkt ist gemäß CLP-Verordnung nicht eingestuft, jedoch schwach wassergefährdend und darf nicht in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer gelangen.

Zwischenzeitig meldete sich auch der Betriebsleiter der Kläranlage und brachte ein weiteres ähnliches Produkt ins Spiel, welches dieselben Eigenschaften aufweist.

Behördliche Maßnahmen

Die technische Gewässeraufsicht der BH Baden traf um 20:30 Uhr an der Einsatzstelle ein. Nach Durchsicht des bisherigen Einsatzverlaufs ordnete Gewässeraufsicht an:

  • den Regenwasserkanal durch eine Fachfirma auspumpen und spülen zu lassen
  • das bereits ausgetretene Medium, kontaminiertes Laub sowie die oberste Erdschicht durch die Feuerwehr manuell zu entfernen

Ein Saugwagen wurde über die Kläranlage organisiert und traf gegen 22:05 Uhr ein.

Abarbeitung und Abschluss

Die Feuerwehr Weissenbach begann um 20:50 Uhr mit dem händischen Entfernen des Materials am Hang. Die Bezirksschadstoffberatung rückte um 21:05 Uhr ab. Die Reinigungsarbeiten dauerten bis kurz nach Mitternacht.

Um 24:00 Uhr war der Einsatz beendet, anschließend folgte die Reinigung der Einsatzgeräte im Feuerwehrhaus.

Eingesetzte Kräfte:

  • FF Weissenbach/Tr. mit 14 Mann, 1x HLF2, 1x HLF1, 1x MTF
  • Bezirksschadstoffberatungsdienst mit 1 Mann
  • Polizeiinspektion Weissenbach mit 1 Mann (UKO)
  • Polizeiinspektion Bad Vöslau mit 1x Streife
  • Gemeinde Weissenbach mit Bürgermeister und Vizebürgermeister
  • Gemeindetraktor mit Kiste zum Abtransport von kontaminiertem Material

Kanalreinigung / Saugwagen

Unterabschnittsübung der Unterabschnitte UA4 und UA5

Am Samstag, 25. Oktober 2025 fand beim Gestüt Winter in Thenneberg eine Übung der Unterabschnitte UA4 und UA5 statt. Es wurden mehrere Szenarien ausgearbeitet und beübt. Insgesamt nahmen 10 Feuerwehren mit 19 Fahrzeugen und ca. 120 Mitgliedern an der Übung teil.

Ein großer Dank ergeht an die Feuerwehren Nöstach, Furth, Kaumberg, Weissenbach, Neuhaus, Fahrafeld, Pottenstein, Berndorf,Klausen-Leopoldsdorf und an das Rote Kreuz Triestingtal für die Teilnahme an der Übung!

Reel vom Gestüt Bieber

ZIVILSCHUTZ-PROBEALARM am 4. Oktober

Am 4. Oktober findet der jährliche Zivilschutztag statt. In ganz Österreich heulen an diesem Tag die Sirenen, um die Funktionsfähigkeit der Warnsysteme zu überprüfen.
Zum zweiten Mal wird auch ein AT-Alert direkt auf dein Handy geschickt – ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung moderner Bevölkerungswarnung.

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